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Und ich der fünfte Beatle

Yesterday von Lars Saabye ChristensenLars Saabye Christensen: „Yesterday“, btb 1997

In meinem Lieblingsbuch liegt noch der Kassenbon, den ich bei seinem Kauf bekam. Die Zahlen und Buchstaben sind komplett verblasst. Und auch das Exemplar des Buches ist nicht mehr das, was ich damals gekauft habe. Doch der kleine weiße Zettel erinnert mich daran, wie das Buch damals zu mir gekommen ist. Im Literarischen Quartett durfte jedes Mitglied vor der Sommerpause noch eine Ferienlektüre empfehlen. Iris Radisch, damals noch als Gast und nicht als ständiges Mitglied in der Runde, legte den Zuschauern „Yesterday“ von Lars Saabye Christensen ans Herz. Im Kopf zwar abgespeichert begegnete Und ich der fünfte Beatle weiterlesen

Sluk

Lars Saabye CChristensen_LSDer_Sommer_in_dem_meine_135953hristensen: „Der Sommer, in dem meine Mutter zum Mond fliegen wollte“, btb Verlag 2013

Seit dem großen Erfolg des „Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ erscheinen immer mehr Bücher, deren Titel aus einem Substantiv plus Attributsatz bestehen. Nahezu ausnahmslos betrifft das übersetzte Titel. Leider greift dieser Marketingkniff oft zu kurz und wird den Büchern nicht gerecht. So erschien 2013 „Der Sommer, in dem meine Mutter zum Mond fliegen wollte“. Der norwegische Autor Lars Saabye Christensen hatte dem Buch in seiner Sprache den Titel „Sluk“ gegeben – und das nicht ohne Grund, hat das Wort doch verschiedene Bedeutungen. Zum einen bedeutet es Blinker und meint damit den beim Angeln eingesetzten Kunstköder, zum anderen bezeichnet es einen Abfluss, in dem etwa das Regenwasser von einer Straße verschwindet, in dem aber auch Dinge aufgefangen werden, die nicht in der Kanalisation verschwinden sollen. Und genauso doppeldeutig wie das Wort ist auch dieser Roman, der eigentlich aus zwei, wenn nicht sogar drei Romanen besteht. Sluk weiterlesen